Kino im Deutschen Filmmuseum
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31. Mai 2018
Master Filmkultur

Master Filmkultur

Der Masterstudiengang „Filmkultur: Archivierung, Programmierung, Präsentation“ bildet wissenschaftliches Personal für Film- und Medienarchive und Institutionen der Filmkultur aus. Er ist der erste Studiengang seiner Art an einer deutschen Universität und wird von der Goethe-Universität (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft) gemeinsam mit dem Deutschen Filminstitut in Frankfurt am Main angeboten.

Durch ein vielfältig ausgebautes und tragfähiges Netz profitiert der Studiengang über die Abteilungen und Archive des Deutschen Filminstituts hinaus von der Dichte der einschlägigen filmkulturellen und audiovisuell affinen Institutionen im Frankfurter Raum und von zahlreichen bundesweiten und internationalen Kooperationen.

Archivierung, Programmierung, Präsentation

Die Digitalisierung hat sämtliche filmkulturellen Forschungsbereiche und Praxisfelder einem grundlegenden Wandel unterzogen. Der Bedarf der Institutionen an qualifiziertem wissenschaftlichen Personal, das auf der Grundlage profunder filmgeschichtlicher und -theoretischer Kenntnisse diesen Herausforderungen spezifisch fachkundig, kritisch und weitblickend begegnet, ist evident.

Gleichzeitig ist schon jetzt ein ‚analoger turn’, vor allem aber eine Neubesetzung des Archivbegriffs sowohl im Bereich künstlerischer Praxis als auch in Hinblick auf Erschließungs- und Darstellungspraxen zu beobachten. Die archivarische Sicherung und Erschließung des internationalen Filmerbes, der kuratorische und experimentelle Zugriff auf das Material und die Präsentation des digital oder analog bewegten Bildes für ein Publikum, dessen Konfigurationen nicht minder in Bewegung sind, sind Spannungsfeld und Herausforderung für die filmkulturelle Arbeit und die wissenschaftliche Reflexion.

Perspektiven

Der Master Filmkultur bildet wissenschaftliches Personal für Film- und Medienarchive und filmkulturelle Institutionen aus. Der Studiengang stellt auch eine Antwort auf die Frage da, wie kleinere Studienfächer, die nicht für den Schuldienst ausbilden, den Übertritt ihrer Absolvent/innen ins Berufsleben unterstützen können.

Der Studienabschluss qualifiziert für die Übernahme von Positionen in Kinematheken, Film- und Medienarchiven, in Print- und Fernsehredaktionen, in Museen und Sammlungen mit Schwerpunkt Film und audiovisuelle Medien, in Unternehmen der Filmwirtschaft, unabhängigen Verbänden oder Initiativen, sowie für kuratorische Tätigkeiten sowohl im Ausstellungsbereich als auch in der Kino- und Festivalarbeit. Ferner besteht die Möglichkeit, ein Promotionsstudium anzuschließen.

Lehr- und Lernformate

Studienumfeld

Goethe-Universität und Institut für Theater,- Film- und Medienwissenschaft

Der Masterstudiengang profitiert von den Standortvorzügen der Frankfurter Goethe-Universität. Frankfurt verfügt über eine lange Tradition der kritischen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Film, die von der Kritischen Theorie über die Einrichtung der ersten filmwissenschaftlichen Studienprogramme in Deutschland in den frühen 1970er Jahren bis zur Gründung des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft zu Beginn der 1990er reicht. Die Universitätsbibliothek Frankfurt sammelt seit den 1950er Jahren systematisch und in einer internationalen Perspektive filmwissenschaftliche Literatur und verfügt in diesem Bereich über Bestände von europaweitem Rang.
Die Studierenden haben Zugang zur universitären Infrastruktur und partizipieren am umfangreichen Angebot an Vortragsreihen, Tagungen, internationalen Kooperationen, Gastvorträgen usw., und sind darüber hinaus uneingeschränkt in das Lehr- und Veranstaltungs-Angebot des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft eingebunden.
Universitäre Forschungszusammenhänge vor Ort, die auch den „Master Filmkultur“ bereichern, bestehen insbesondere mit dem Forschungszentrum für historische Geisteswissenschaften, dem Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“, dem Projekt „Fokus“ (Forschungsdatenmanagement), dem Verbundprojekt „Die universitäre Sammlung als lebendes Archiv“, dem Cornelia Goethe-Zentrum, der Städelschule, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK), der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach, der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA) u.a.
Für den „Master Filmkultur“ wurden außerdem curricular relevante Lehr-Kooperationen vereinbart. Der Studiengang kooperiert, über die institutseigenen Lehrveranstaltungen hinaus, gezielt mit den Rechtswissenschaften, den Wirtschaftswissenschaften sowie mit dem Master Curatorial Studies, der am Institut für Kunstgeschichte angesiedelt ist. Hier können sich die Studierenden aus der Perspektive der jeweiligen Fachdisziplinen mit Grundfragen im Bereich Copyright und Urheberrecht, des Filmmarketings, und mit Konfigurationen und Praktiken des Museums- und Ausstellungswesens vertraut machen.
Das Institut für TFM verfügt über ein hauseigenes 16 mm-Filmarchiv. Die Celluloid-Film-Sammlung wurde seit der Institutsgründung 1991 sukzessive aufgebaut. Das Konvolut der Filme des Frühen Kinos (1895 bis ca. 1918) bildet den Grundstock der Sammlung und besteht fast ausschließlich aus Unikaten, d.h. eigens angefertigten 16mm-Kopien von restaurierten 35mm-Farbnegativen des EYE Film Instituut Nederlands. Hinzu kamen Experimentalfilme, Klassiker des Autorenkinos sowie Lehr- und Wissenschaftsfilme. Obschon das Institut für TFM ebenso eine umfangreiche digitale Mediathek unterhält, betont diese Sammlung von derzeit ca. 350 Filmen die Relevanz des analogen Filmmaterials. Sie stellt einen hochgeschätzten Gegenstand der Forschung und Lehre sowie einen unmittelbar zugänglichen Ort der eigenständigen und praktischen Archivarbeit für Studierende dar.

Deutsches Filminstitut und Filmmuseum

Das Deutsche Filminstitut gehört zu den bedeutendsten Filmerbeeinrichtungen in Europa. Mit dem Deutschen Filmmuseum, dem hauseigenen Kino, dem Filmarchiv und -verleih, Bibliothek und Textarchiv, den Sammlungen, Festivals, Online-Plattformen, Filmbildungsprojekten und Publikationen trägt es national und international zur Vermittlung lebendiger Filmkultur aktiv bei. Den Studierenden bietet es ein lebendiges, ambitioniertes, stets an aktuelle Fachdebatten angeschlossenes Umfeld für ihr Studium der Filmkultur, auch über den regulären Seminarbetrieb hinaus.
Ein besonderer Lern- und Erfahrungsraum ist das Kino des Filmmuseums, in das die Studierenden des Masters Filmkultur während der ersten zwei Semester freien Eintritt haben. Es bietet ein internationales, historisch ausgerichtetes, zugleich auch aktuelle Filmkunst repräsentierendes Programm. Ob Retrospektiven, thematische Filmreihen oder Länderschwerpunkte: Die Filme werden in der Regel in der originalen Sprachfassung und im Originalformat gezeigt, d.h. auch analoger Film, ob in 16, 35 oder 70mm, ist in seiner ursprünglichen Rezeptionsform erlebbar. Regelmäßig sind exponierte Filmschaffende wie Jonas Mekas, Michael Haneke, Margarethe von Trotta, Liv Ullmann u.v.a. zu Gast für Gespräche und Diskussionen mit dem Publikum. Zu den wichtigsten Programmen gehört die gemeinsam mit der Goethe-Universität veranstaltete Reihe Lecture & Film, die über je zwei Semester hinweg Filmkünstler*innen und filmhistorische Strömungen in den Fokus nimmt. Treppe 41, ein von Studierenden initiierter Filmclub, ermöglicht es, eigene Erfahrungen im Kinoprogrammmachen zu sammeln.

Pflichtphase

Das fachspezifisch erweiterte filmwissenschaftliche Wissen eignen sich die Studierenden im ersten Jahr in vier Modulen zur Filmgeschichte, zur Archivpraxis, zu rechtlichen und ökonomischen Fragen und zur Institutionsgeschichte von Museum und Festival an. Das Basismodul dient dem Ausbau der filmwissenschaftlichen Kernkompetenz, während die Vertiefungsmodule filmwissenschaftliche Kompetenzen mit Zusatzqualifikationen in den Bereichen Archivwesen, Museumswesen, Immaterialgüterrecht, Filmwirtschaft/Marketing und Praktiken und Institutionen der Kino- und Filmkultur verknüpfen. Neben den üblichen Seminar-, seltener auch Vorlesungsformaten im Institut für TFM gibt es einige Besonderheiten, die im Folgenden skizziert werden.

Seminare der Juniorprofessur für Filmkultur

Für den Masterstudiengang werden fachspezifische Seminare von der Juniorprofessur für Filmkultur, Jun.-Prof. Sonia Campanini, angeboten. Im Rückgriff auf die Erkenntnisse der Filmgeschichte und der Medientheorien spiegeln diese Seminare die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Themen der Archivierung, der Restaurierung, des Kuratierens sowie der Programmierung und Präsentation der Filmkultur wider.
Das Seminar „Die Materialität des Films und des Kinos“ dient als Einführung in die Gegenstände und Debatten der Filmkultur. Film ist ein Medium, welches sich in permanent transition, in einer permanenten Umwandlung, befindet. Diese wird anhand des kontinuierlichen Wechsels und der Umwälzungen auf der technologischen, ökonomischen, institutionellen und ästhetischen Ebene deutlich. In Zeiten des digital turn und der medialen Konvergenz stellt sich somit die Frage nach der materiellen Basis des Films und deren Beschaffenheit. Die mediale Formbarkeit verlangt nach der Erforschung der materiellen Formen des Films und des Kinos, die das Seminar ins Bild setzt. In diesem Sinne werden Gegenstände wie kinematographische Maschinen und Apparate, Farb- und Tonsysteme sowie Theorien des post-cinema diskutiert. Diese Auseinandersetzung profitiert vom institutseigenen Filmarchiv mit seinen Vorführmöglichkeiten und Betrachtungstischen für 16mm-Filme.
Weitere Seminare nehmen eine Vertiefung der fachspezifischen Kenntnisse vor. Das Seminar „Institutionen der Filmkultur: Filmarchive, Filmmuseen, Filmfestivals“ legt die Entstehung und Geschichte der Filmarchive, Kinematheken und Filmmuseen und deren Bedeutung als kulturelle Institutionen dar. Mit Hinblick auf die Gegenwart und die Zukunft wird erforscht, wie diese Institutionen hinsichtlich der Erhaltung, Erschließung und Vermittlung von Filmkultur agieren und wie sie die Herausforderungen und Dilemmata, etwa preserve vs. show und market vs. museum, lösen. Betrachtet werden die Positionierungen und Strategien von internationalen Institutionen wie der Stiftung Deutsche Kinemathek, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, des British Film Institute, der Cinémathèque Française, des EYE Film Instituut u.a. Darüber hinaus werden auch Filmfestivals berücksichtigt, die sich der Präsentation von archival films widmen, wie Il Cinema Ritrovato, Le Giornate del Cinema Muto, Silent Film Festival oder die Berlinale Retrospektive.
Im Seminar „Film restaurieren, Film kuratieren“ werden Theorien, Praxen und Methodologien der Filmerhaltung und -restaurierung sowie des Filmkuratierens und -ausstellens anhand von Lektüren und Fallbeispielen diskutiert. Themen und Begriffe wie Original und Version, Text und Artefakt, Reproduzierbarkeit und Authentizität bilden hier die theoretische Basis. Die Betrachtung verschiedener Restaurierungsprojekte diverser Institutionen aus verschiedenen Perioden liefert kritische Kenntnisse und ein diachronisches Bewusstsein der Filmrestaurierung und -kuratierung.

Seminar „Archivpraxis und Archivpolitik“

Das Doppelseminar „Archivpraxis und Archivpolitik“ gehört mit seiner Verzahnung theoretischer Diskurse und konkreter Anwendungsbezüge zum inhaltlichen Kern des Studiengangs und ist für alle Filmkultur-Studierenden verpflichtend. Es wird von Expert*innen des Deutschen Filminstituts geleitet und findet unmittelbar dort statt, wo täglich Filmkultur gedacht, gemacht und vorangebracht wird: in den Abteilungen und Archiven des Deutschen Filminstituts und Filmmuseums. Ausgehend von den Tätigkeitsfeldern des Instituts kommen die Studierenden mit allen Facetten des archivarischen und kuratorischen Arbeitens mit Film in Berührung. Sie lernen intensiv das Deutsche Filminstitut mitsamt dem Filmmuseum und dem Kino kennen und arbeiten mit den reichen Beständen des Filmarchivs, der Non-Film-Sammlungen, des Bild-, Plakat- und Textarchivs. „Archivpraxis und Archivpolitik“ stellt die Materialität des Films in seinen verschiedenen analogen und digitalen Manifestationen ins Zentrum und setzt Schwerpunkte etwa zur Restaurierung, Rekonstruktion und Digitalisierung von Filmen sowie zum Präsentieren von Bewegtbild im Kino, auf DVD und im Internet. Konsequent verschränkt das Seminar theoretische Anteile mit praktischen Übungen: der Identifizierung historischen Filmmaterials, dem Materialvergleich am Schneidetisch, dem Recherchieren in historischen Textbeständen, dem Verfassen von Beiträgen für die Online-Plattform filmportal.de und mehr. Es fragt nach den Prämissen und Konsequenzen aktueller deutscher und europäischer Gesetzgebung und beleuchtet die Ziele der internationalen Filmarchiv-Verbände. Nicht zuletzt diskutiert es mit den Studierenden über Strategien, um den gesellschaftlichen Stellenwert von Film als Medium und als Kunstform zu steigern und nachhaltig anzustecken mit Cinéphilie.

Werkstattgespräche

Konkrete Orte und Institutionen der Filmkultur vorstellen, den Austausch mit zentralen Akteur*innen ermöglichen, das Verständnis filmkultureller Prozesse und Arbeitsweisen vertiefen, den Grundstein für das je eigene Netzwerk der Studierenden legen: Das sind die Ziele der Werkstattgespräche, die das Deutsche Filminstitut und die Goethe-Universität im Rahmen des Masters Filmkultur organisieren. Exponierte Protagonist*innen und Entscheidungsträger*innen der internationalen Filmkultur kommen für den intensiven Austausch mit den Studierenden nach Frankfurt, meist in einer Kombination aus Präsentation und offenem, von den Fragen und Interessen der Studierenden geleiteten Gespräch. Zu den Gästen zählen Leiter*innen internationaler Kinematheken und Festivals, Kurator*innen aus der Kino- und Kunstsphäre, Urheberrechtsexpert*innen, Akteur*innen aus Filmwirtschaft und Filmverleih, Wissenschaftler*innen, Publizist*innen und andere Persönlichkeiten aus dem gesamten Spektrum der Filmkultur, die filmkulturelle Arbeit prägen und/oder beständig neu entfachen, entwerfen und entwickeln. In der Schichtung der zumeist im Sommersemester stattfindenden Veranstaltungen entsteht – auch semesterübergreifend, denn die Werkstattgespräche sind für alle Filmkultur-Jahrgänge offen – eine dynamische Landkarte filmkulturellen Arbeitens.
Auch außerhalb der regelmäßigen Reihe, die von Jahr zu Jahr unter einer neuen Schwerpunktsetzung steht, nutzen die Goethe-Universität und das Deutsche Filminstitut sich bietende Chancen, um etwa im Kontext von Gastaufenthalten oder Exkursionen Werkstattgespräche für die Filmkultur-Studierenden zu organisieren.

Aktuelles Programm als PDF

Workshops

Workshops sind konzentrierte Veranstaltungen mit oft auch internationalen Gästen aus der Berufspraxis der studiengangsrelevanten Felder, die in ihren Arbeitszusammenhang einführen. Workshops dauern zwischen einem und fünf Tagen und bilden den Ausgangspunkt für eine individuelle Nachbearbeitung, die auch in Form einer schriftlichen Arbeit geleistet werden kann.

Exkursionen

Die Dozentinnen und Dozenten der Goethe-Uni bieten im Rahmen der Pflichtphase regelmäßig Exkursionen an. Dazu gehört das jährliche Angebot für die Erstsemester, sich für die Berlinale zu akkreditieren und dort eigenständig das Festival zu erkunden, flankiert von einer gemeinsamen Führung durch die Ausstellung des Forum Expanded, KuratorInnengesprächen und der Teilnahme an der eintägigen Archiv-Konferenz „Think Film“.
Turnusmäßig werden Exkursionen zum filmhistorischen Festival Il Cinema Ritrovato angeboten, das seit 1986 von der Cineteca di Bologna veranstaltet wird und dessen Schwerpunkt die Präsentation von Filmrestaurierungen ist, zur FilmForum/MAGIS Spring School in Gorizia, einer dynamischen Tagung mit Workshops, die auf MAs und PhDs ausgerichtet ist, sowie, sofern sich Verbindungen ergeben, zum FIAF-Kongress. Darüber hinaus ergeben sich zahlreiche kleinere Exkursionen im Kontext der laufenden Lehrveranstaltungen des Masters Filmkultur oder der TFM insgesamt, etwa zum Kurzfilmfestival Oberhausen, zum Internationalen Filmfestival Mannheim, zum goEast- Festival, zu verschiedenen Kinos und besonderen Aufführungen, zu Ausstellungen, Filmkonzerten, Tagungen, oder auch zu Orten, deren Film- und Medienspezifik sich erst auf den zweiten Blick erschließt, wie etwa die Frankfurter Börse oder eine industrielle Produktionsstätte.

SELBSTSTUDIUM LEKTÜRE

Im Rahmen des „Selbststudium Lektüre“ erschließen sich die Studierenden auf der Grundlage eines Gesprächs mit einem Dozenten / einer Dozentin und ausgehend von einer jeweiligen Lektüreliste zusätzliche Stoffgebiete. Die Funktion des „Selbststudium Lektüre“ besteht im Wesentlichen darin, inhaltliche Brücken zwischen den verschiedenen forschungs- oder anwendungsorientierten Angeboten des Studienprogramms zu schlagen, und interessegeleitet Kenntnisse zu erweitern, die in den Seminaren und Vorlesungen erworben wurden. Diese besondere Arbeitsform ist sowohl für die Pflichtphase als auch für die Profilierungsphase relevant. 
Insbesondere das Selbststudium im Praxismodul ist geeignet, die Erfahrungen des Praktikums vertiefend auszuwerten und gegebenenfalls in Hinblick auf die Masterarbeit im Kontext des aktuellen Forschungsstandes zu vertiefen.

Profilierungsphase

Praxissemester

Hands on! Im dritten Semester des Masters Filmkultur tragen die Studierenden ihre erworbenen Kenntnisse über wissenschaftliche Methoden und filmkulturelle Arbeitsweisen in die Praxis und absolvieren ein drei- bis sechsmonatiges Praxissemester in einer einschlägigen filmkulturellen Institution. Ziel und Anspruch des Praxissemesters ist die Umsetzung eines spezifischen archivarischen und/oder kuratorischen Projekts, das in Form eines umfänglichen Arbeitsberichtes dokumentiert und Bestandteil des jeweiligen Portfolios der Studierenden wird. Das Projekt kann Grundlage der Masterarbeit im vierten Semester sein.
Die Auswahl der jeweils passenden Institution für das Praxissemester erfolgt in enger Abstimmung zwischen den Studierenden, der Goethe-Universität und dem Deutschen Filminstitut. Letzteres stellt selbst zahlreiche Plätze in seinen Abteilungen, Archiven und Projekten zur Verfügung, ermuntert aber ausdrücklich auch dazu, die Chance des intensiven Einblicks in andere Institutionen der Filmkultur zu nutzen. Der Studiengang verfügt über ein breites Netzwerk nationaler wie internationaler Filmerbeeinrichtungen, Festivals, Kinos und anderer Einrichtungen, die regelmäßig oder punktuell Plätze für das drei- bis sechsmonatige Praktikum anbieten, darunter die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in Wiesbaden, das Arsenal – Institut für Film- und Videokunst in Berlin sowie ZDF/Arte in Mainz und Straßburg. Eine Auflistung aller bisherigen hosting institutions findet sich unter NETZWERK. Auch auf individuelle Vorschläge der Studierenden gehen die Goethe-Universität und das Deutsche Filminstitut ein und machen bestehende Kontakte, wo immer möglich, nutzbar.

Abschlussmodul

Das Abschlussmodul besteht aus der Masterarbeit mit einem begleitenden Kolloquium, das die Möglichkeit zur Präsentation und Diskussion spezifischer Inhalte und methodischer Fragen bietet, sowie einer mündlichen Prüfung zu zwei im Rahmen des Abschlussmoduls zu erarbeitenden Stoffgebieten.
Die Profilierungsphase dient dabei wahlweise der Qualifikation für bestimmte Berufsfelder oder der Vertiefung im Hinblick auf ein Promotionsstudium.

Aktuell
pioneering filmkultur: Stefan Butzmühlen / GRANDFILM VERLEIH am 28. Mai zu Gast

Stefan Butzmühlen ist Filmemacher, Videokünstler und filmkultureller Pionier der Gegenwart. 2015 gründete er gegen alle Trends und Gesetze des Marktes mit zwei Mitstreitern in Nürnberg einen Verleih für alternative Filmkunst. Das Motto von GRANDFILM lautet: „Die Filme ins Kino bringen, die wir bewundern, damit sie dort ankommen, wo sie hingehören, nämlich beim Publikum.“ Über die Herausforderungen der Verleiharbeit und die Zukunft des Kinos diskutiert Stefan Butzmühlen am 28. Mai von 17.15 bis 19.45 Uhr mit dem Plenum.

Veranstaltungsort: Dauerausstellung des Deutschen Filmmuseums, Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt. Eintritt frei!

13. & 14. Mai: Serge Bromberg zu Gast

Serge Bromberg ist Träger des César-Filmpreises, Vorstandsmitglied der Cinémathèque française, Gründer der LOBSTER COLLECTION, Herausgeber exemplarischer DVD-Editionen, TV-Host, Pianist und Dokumentarfilmer. Für die Werkstattgesprächsreihe pioneering filmkultur kommt er am Montag, 14. Mai nach Frankfurt. Schon am Sonntag, 13. Mai, 18 Uhr präsentiert Serge Bromberg im Kino des Deutschen Filmmuseums eine Ausgabe seiner legendären Reihe RETOUR DE FLAMME mit Filmen von Georges Méliès, Ub Iwerks, F. Percy Smith u.a. aus den Jahren 1897 bis 1936. Der Titel der Reihe spielt auf das frühe Filmträgermaterial Nitrocellulose an – Achtung: leicht entflammbar!

Werkstattgespräche: pioneering filmkultur

Die Werkstattgesprächsreihe pioneering filmkultur bringt exponierte Protagonist*innen der internationalen Filmkultur nach Frankfurt. Im Fokus stehen sowohl visionäre Ideen und wegweisende Initiativen früherer Jahre als auch Pionier*innen der Jetztzeit, die auf neuen Experimentierfeldern und/oder in kinematographischem Brachland filmkulturelle Arbeit neu entfachen, entwerfen und entwickeln. In intensiven, ausgedehnten Gesprächen und gelegentlich flankiert von Kurzpräsentationen denken professionals, Studierende und das Publikum gemeinsam über das für die Filmkultur Erreichte nach und entwerfen Perspektiven für das noch zu Erreichende.

Programm als PDF

Jetzt bewerben – noch bis 31. Mai 2018

Das Bewerbungsfenster für den Master Filmkultur ist vom 1. April bis 31. Mai 2018 geöffnet. Hier geht es zum Online-Bewerbungsportal.

Minding the Materiality of Film: Artikel online

Ausführlicher Artikel über den Master Filmkultur im Online-Journal SYNOPTIQUE, herausgegeben von der Concordia University in Montréal, Québec, Kanada.
Ines Bayer, Sonia Campanini, Vinzenz Hediger: Minding the Materiality of Film.

Schaufenster
Netzwerk

Netzwerk

Der Master Filmkultur verfügt über ein weit gespanntes und über Jahre gewachsenes Netzwerk befreundeter filmkultureller Institutionen.

Auch außerhalb der universitären Arbeitszusammenhänge pflegt die Filmwissenschaft der Goethe-Universität Kontakte zu filmkulturell relevanten Institutionen im In- und Ausland. Neben der zentralen Kooperation mit dem Deutschen Filminstitut sind hier insbesondere das Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V. (Berlin) und die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (Wiesbaden) zu nennen, aber auch zahlreiche weitere Archive, Museen, Festivals, Sendeanstalten, filmwirtschaftliche Verbände, Stiftungen, Kinos, Verleihe, AV-Verlage, sowie unabhängige Initiativen und Institute. Eine Kooperation mit dem National Archive of Film, Video and Sound, dem National Film Institute und der University of Jos in Jos, Nigeria befindet sich derzeit in der Planungsphase.

Als Mitglied der einschlägigen nationalen und internationalen Filmarchivverbände wie Kinematheksverbund, FIAF (Fédération Internationale des Archives du Film) und ACE (Association des Cinémathèques Européennes) unterhält das Deutsche Filminstitut intensive Arbeitsbeziehungen zu allen wesentlichen Kinematheken auf deutscher, europäischer und weltweiter Ebene. Es wirkt an großen Verbundprojekten mit zahlreichen internationalen Partnern mit, oft in leitender Funktion, ist an der Deutschen Digitalen Bibliothek und der Europeana beteiligt und unterhält Kooperationen mit Institutionen wie dem Goethe-Institut, der Deutschen Filmakademie u.v.m.

Institutionen, bei denen Filmkultur-Studierende bisher ihr Praxissemester absolviert haben:

Academy of Motion Picture Arts and Sciences: Margaret Herrick Library, Special Collections (Los Angeles)

Amazon Video: Transactional Video on Demand (München)

Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.: Filmarchiv, Programm, Distribution, Transfer und Edition (Berlin)

Arte: Spielfilm Redaktion (Mainz/Paris)

Berlinale, Internationale Filmfestspiele: Sektionen Forum Expanded und Retrospektive (Berlin)

Cinémathèque Royale de Belgique: Filmarchiv 
(Brüssel)

Daniel Zuta Filmproduktion: Recherche, Archiv, Vertrieb, Presse (Frankfurt a.M.)

Deutsches Filminstitut – DIF: Filmarchiv, Sammlungen und Nachlässe, Kino, Ausstellungen, Filmbildung und -vermittlung, filmportal.de, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Frankfurt a.M. und Wiesbaden)

EYE Film Instituut Nederland: Filmarchiv und Non-Film-Sammlung (Amsterdam)

Filmhaus Nürnberg: Französische Filmtage (Nürnberg)

Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung: Archiv, Filmrestaurierung, Kino (Wiesbaden)

German Films Service + Marketing GmbH (München)

Global Screen GmbH (München)

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films (Wiesbaden)

Hessischer Rundfunk: Redaktion Zeitgeschichte (Frankfurt a.M.)

Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg

Kinothek Asta Nielsen (Frankfurt a.M.)

Kommkino (Nürnberg)

Metropolis Kino (Hamburg)

Österreichisches Filmmuseum: Filmvermittlung
 (Wien)

Omnimago GmbH: Digital Transfer (Ingelheim am Rhein)

Taunusfilm CineNova GmbH Filmkopierwerk & Digital Lab (Wiesbaden)

University of Washington: Moving Image Collection (Seattle)

Wim Wenders Stiftung: Archiv und Ausstellung (Düsseldorf)

ZDF/Arte: Restaurierung und Veranstaltungsbetreuung (Mainz)

Studienordnung

Auszug: Studienvoraussetzungen

[…]

(1) Zum Masterstudium kann nur zugelassen werden, wer

a. den Bachelorstudiengang THEATER-, FILM- UND MEDIENWISSENSCHAFT (TFM) im Hauptfach der Goethe-Universität erfolgreich abgeschlossen hat oder

b. einen Bachelorstudiengang in Filmwissenschaft, Medienwissenschaft oder Theaterwissenschaft mit nachgewiesenem filmwissenschaftlichen Schwerpunkt an einer deutschen Hochschule erfolgreich abgeschlossen hat oder

c. einen dem Bachelorstudiengang TFM mindestens gleichwertigen Abschluss einer deutschen Hochschule in gleicher oder verwandter Fachrichtung (beispielsweise Philosophie, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft oder eine andere neuere Philologie, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, qualitativ orientierte Sozialwissenschaften) mit einer Regelstudienzeit von mindestens sechs Semestern und mit nachgewiesenem filmwissenschaftlichen Schwerpunkt besitzt oder

d. einen mit dem Bachelorabschluss TFM mindestens gleichwertigen Abschluss einer ausländischen Hochschule in gleicher oder verwandter Fachrichtung mit einer Regelstudienzeit von mindestens sechs Semestern und mit nachgewiesenem filmwissenschaftlichen Schwerpunkt besitzt.

(2) Die Zulassung zum Masterstudiengang Filmkultur: Archivierung, Programmierung, Präsentation kann unter der Auflage erfolgen, dass zur Ergänzung zusätzliche Studienleistungen und Prüfungsleistungen im Umfang von bis zu 30 CP aus dem Bachelorstudiengang TFM erbracht werden. Diese Leistungen sind nicht Bestandteil der Masterprüfung. Wird die Auflage nicht bis zum Ende des dritten Studiensemesters erfüllt, ist die Zulassung zum Masterstudiengang zu widerrufen

(3) Studienbewerberinnen und -bewerbern wird empfohlen, vor Aufnahme des Masterstudiums Filmkultur ein einschlägiges, mindestens vierwöchiges Praktikum im Film- und Medienbereich zu absolvieren. Das Praktikum kann als Bestandteil eines Bachelorstudiums absolviert worden sein. Ein Praktikumsnachweis, der Auskunft über Zeitpunkt und zeitlichen Umfang sowie Tätigkeiten des Praktikums Auskunft gibt, sollte den Bewerbungsunterlagen beigelegt werden. Bei einer Zulassungsbeschränkung aus Kapazitätsgründen gelten die Regelungen zum Auswahlverfahren in der entsprechenden Auswahlsatzung der Johann Wolfgang Goethe-Universität.

Anerkannte Formen des Praktikums sind insbesondere:

  • eine Hospitanz bzw. Assistenz bei einer Film-, Fernseh-, oder Videoproduktion mit entsprechenden Einblicken in verschiedene Produktionsbereiche, z.B. Herstellungsleitung, Ausstattung, Kamera, Schnitt oder in die Arbeit eines Radio- und Fernsehsenders oder anderer Institutionen, die mit Medien und ihrer Geschichte befasst sind (etwa Verlagswesen, Presse, Gestaltung, Ausstellungswesen, Filmarchive, Online-Archive);
  • Hospitanzen im Verleih oder im Programmkino; Praktika in Institutionen der Kulturverwaltung, -vermittlung oder -förderung (Festivals, etc.)

Einschlägige Ausbildungs- und Berufstätigkeiten werden ebenfalls als Praktikum anerkannt. Über Zweifelsfälle entscheidet der für den Studiengang zuständige Zulassungsausschuss.

Sprachkenntnisse

Vorausgesetzt wird der Nachweis von Kenntnissen in zwei neueren Fremdsprachen, die mindestens dem Niveau A2 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens (GeR) entsprechen (dies entspricht den Kompetenzen, die durch das erfolgreiche Absolvieren von ca. 120 Lehrstunden in der jeweiligen Sprache erworben werden) oderLatein- bzw. Griechischkenntnissen und Kenntnissen in einer neueren Fremdsprache. Besonders wünschenswert sind gute Kenntnisse der englischen und französischen Sprache. Die entsprechenden Nachweise müssen bei der Studienbewerbung vorliegen.

[…]

Studienbeginn und Bewerbung

Der Masterstudiengang Filmkultur: Archivierung, Programmierung, Präsentation kann nur zum Wintersemester aufgenommen werden.

Bewerbungsschluss ist jeweils der 31. Mai.

Die Bewerbung erfolgt über das Bewerbungsportal der Goethe-Universität Frankfurt.

Vollständige Studienordnung

Die vollständige Studienordnung kann über
diesen Link
aufgerufen werden.

Impressum

Impressum

Angaben gemäß § 5 TMG

Deutsches Filminstitut – DIF e.V.
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main

Vertreten durch

Ellen M. Harrington
Dr. Dr. h.c. Nikolaus Hensel

Kontakt

Telefon: +49-69-961220 0
Telefax: +49-69-961220 999
E-Mail: info@deutsches-filminstitut.de

Zuständiges Vereinsregister

Amtsgericht Frankfurt am Main, Registergericht
Heiligkreuzgasse 34
60313 Frankfurt am Main
Geschäftsnummer: VR 7975
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß §27 a Umsatzsteuergesetz:
DE 113891109

Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV

Ellen M. Harrington
Deutsches Filminstitut – DIF e.V.
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main

Konzept

Ines Bayer, Sonia Campanini, Bettina Schulte Strathaus

Corporate Design und Webseite

Mathias Bär, Karin Rekowski

Redaktion

Ines Bayer, Sonia Campanini, Bettina Schulte Strathaus

Jugendschutzbeauftragter

Fabian Schauren (jugendschutz@kommunale-kinos.de)

Streitschlichtung

Die Europäische Kommission stellt eine Plattform zur Online-Streitbeilegung (OS) bereit: https://ec.europa.eu/consumers/odr
Unsere E-Mail-Adresse finden Sie oben im Impressum.

Wir sind nicht bereit oder verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.

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Quelle: e-recht24.de

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